FAQ
Wofür wird Uran abgebaut?
Uran wird primär zur Energieerzeugung in Atomkraftwerken (U235) oder zum Bau von Atomwaffen (U235) genutzt, weil es zu einer nuklearen Kettenreaktion fähig ist. Für die Kettenreaktion muss allerdings der Anteil des Isotops U235 erhöht werden. Bei diesem als „Anreicherung“ bezeichnetem Vorgang, der zur Energieerzeugung durch Uran notwendig ist, entsteht so genanntes „abgereichertes Uran“ (U238) als Abfallstoff, welches im militärischen Bereich für Geschosse und Panzerungen verwendet werden kann.
Wo kommt Uran in der Welt vor?
Uran kommt in der Natur nicht als reines Metall vor, sondern ist in verschiedenen Uranmineralen (z.B. Uraninit oder „Pechblende“ und Coffinit) enthalten. Uran kommt auch als Spurenelement im normalen Boden vor. Die Konzentration kann hier bis zu 4 mg/kg betragen. Zehn Staaten fördern 94 % der weltweiten Urangewinnung. Die größten Uranerzreserven liegen in den USA, Niger, Australien, Kasachstan, Namibia, Südafrika, Kanada, Brasilien, Russland, Ukraine und Usbekistan.
Wo wurde in Deutschland Uran abgebaut?
In Deutschland wurde Uran in der Sächsischen Schweiz (Königstein) zuerst konventionell und später durch Laugung, in Dresden (Coschütz-Gittersee) und im Erzgebirge (Schlema, Schneeberg, Johanngeorgenstadt, Pöhla) sowie in Ostthüringen (Ronneburg) meist untertage als Pechblende durch die SDAG Wismut abgebaut. Diese Abbaugebiete wurden nach 1990 geschlossen.
Gefährdet Uran die Gesundheit?
Es ist heutzutage offiziell anerkannt, dass Radongas (das durch den Uranabbau freigegeben wird) Lungenkrebs verursachen kann. Daneben stellte man fest, dass Uran unabhängig von der Radioaktivität auch eine chemisch giftige Wirkung hat. Bereits sehr kleine Uranmengen in der Niere können schwere Schäden auslösen.
Beim Einatmen von Partikeln unlöslichen Urans, werden etwa 60 % davon verschluckt, etwa 5 % gelangen jedoch in die Lunge und verbleiben dort mehrere Jahre. Ein Teil wandert in die Lymphknoten, bevor das Uran nach und nach an den Blutkreislauf abgegeben wird; ein kleiner Teil bleibt ständig in den Lymphknoten. Während sich das Uran in der Lunge oder den Lymphknoten befindet, erhöht es das Krebsrisiko. Wenn es in den Blutkreislauf gelangt, werden etwa 25 % des Urans in den Knochen abgelagert, erhöht dort ebenfalls das Krebsrisiko und gelangt von dort abermals nach und nach wieder in den Blutkreislauf.
Arbeiter, die in der Endstufe der Uranaufbereitung arbeiten, haben es mit einer löslichen Uranverbindung zu tun, dem sogenannten „Yellow Cake“ (Ammoniumdiuranat). Solche Verbindungen sind besonders giftig, da ein weit größerer Anteil sofort in den Blutkreislauf gelangt, entweder von den oberen Atemorganen, der Lunge oder durch die Darmwand. Lösliche Verbindungen können auch nach Hautkontakt ins Blut gelangen.
Hat man immer gewusst, dass Uran gesundheitsgefährdend ist?
Bevor Uran zur Energiegewinnung abgebaut wurde, galt die Radioaktivität des Uran als „Heilungsmittel“. Man badete im Radium und trank radonhaltiges Wasser in der verkehrten Annahme, dies würde gesundheitsfördernd wirken. Die radioaktiven Thermalquellen in Joachimstal erregten das Interesse der Wissenschaft und kurz darauf erforschten Wissenschaftler auch die Zusammenhänge zwischen Uranlagerstätten und Bodenwässern in Sachsen. 1915 wurde die Radiumbad Oberschlema-Schneeberg GmbH gegründet und ein Kurhaus gebaut. Radiumpräparate wurden gegen Krebs, rheumatischen Erkrankungen, Nervenentzündungen und Hautkrankheiten verkauft. Radioaktive Tabletten sollten der Darmreinigung dienen. Leuchtfarben aus Radium für Flugzeugarmaturen und Armbanduhren blieb lange die wichtigste Verwendung von Uran.











